Kurz gesagt
DeepSeek speichert Daten aus App und API laut eigener Datenschutzrichtlinie in der Volksrepublik China. Die italienische Datenschutzbehörde hat die Verarbeitung für Nutzer in Italien 2025 beschränkt, die Berliner Datenschutzbeauftragte hält die Übermittlung nach China für rechtswidrig. Offene DeepSeek-Modelle lassen sich auf eigener Infrastruktur betreiben, ohne Daten an DeepSeek zu senden. Stand laut Anbieter, November 2026.
Was bedeutet DeepSeek Datenschutz für Unternehmen?
Beim Thema DeepSeek Datenschutz müssen Sie zuerst klären, welches DeepSeek gemeint ist. Die Chat-App und die Website, die API der DeepSeek Open Platform und die frei veröffentlichten Modellgewichte folgen unterschiedlichen Regeln. Bei App und API schicken Sie Daten an das Unternehmen in China, bei selbst betriebenen Modellen bleiben sie bei Ihnen oder Ihrem Hoster.
Betreiber von App und API ist laut Datenschutzrichtlinie und Nutzungsbedingungen die Hangzhou DeepSeek Artificial Intelligence Co., Ltd. mit Sitz in China. Eine Niederlassung in der EU hat das Unternehmen laut der Berliner Datenschutzbeauftragten nicht. Als Vertreter für die EU und das Vereinigte Königreich nennt die Datenschutzrichtlinie die Prighter Group.
Die Grundsätze für alle KI-Werkzeuge finden Sie unter KI und Datenschutz. Die Angaben zu anderen Anbietern stehen unter ChatGPT Datenschutz und Claude Datenschutz.
DeepSeek App, API und lokale Modelle im Vergleich
Die Tabelle fasst zusammen, was DeepSeek in Datenschutzrichtlinie (Stand 10. Februar 2026), Nutzungsbedingungen (Stand 27. März 2026) und Open-Platform-Bedingungen (gültig ab 29. April 2026) angibt. Alle Angaben: Stand laut Anbieter, November 2026.
| Variante | Speicherort | Training | AVV | Recht und Gerichtsstand |
|---|---|---|---|---|
| App und Website | Volksrepublik China | Möglich, abschaltbar über „Improve the model for everyone“ | Nicht angeboten | Recht der Volksrepublik China |
| API (Open Platform) | Datenschutzrichtlinie: Volksrepublik China | Keine ausdrückliche Zusage gegen Training in den Bedingungen | Nicht in den Bedingungen enthalten | Recht der Volksrepublik China, Gericht am Sitz von DeepSeek |
| Offene Modelle, selbst betrieben | Ihre eigene Infrastruktur oder Ihr Hoster | Kein Datenfluss an DeepSeek | Mit Ihrem Hoster, falls extern | Modelllizenz MIT |
Stand laut Anbieter, November 2026. Die Angaben stammen aus den verlinkten DeepSeek-Dokumenten und ersetzen keine rechtliche Prüfung Ihres Einsatzes.
Wo speichert DeepSeek Ihre Daten und nutzt es sie zum Training?
Die Datenschutzrichtlinie sagt es direkt: DeepSeek erhebt, verarbeitet und speichert personenbezogene Daten in der Volksrepublik China. Dazu zählen laut Richtlinie Texteingaben, Spracheingaben, hochgeladene Dateien, Fotos, Chatverläufe und Feedback, außerdem Gerätemodell, Betriebssystem, IP-Adresse und Gerätekennungen. Welcher Übermittlungsmechanismus nach Kapitel V DSGVO greifen soll, nennt die Richtlinie nicht; sie spricht nur allgemein von geeigneten Garantien.
Aufbewahrt werden die Daten laut Richtlinie, solange Sie ein Konto haben. Zu den Zwecken gehört ausdrücklich, die Technik zu trainieren und zu verbessern. Als Rechtsgrundlage dafür nennt DeepSeek für Europa berechtigte Interessen und Einwilligung.
Nach Ziff. 4.3 der Nutzungsbedingungen darf DeepSeek Ein- und Ausgaben in geringem Umfang zur Verbesserung der Dienste nutzen, verschlüsselt und de-identifiziert. Widersprechen können Sie, indem Sie „Improve the model for everyone“ ausschalten. Die Bedingungen der Open Platform enthalten dagegen weder eine solche Regel noch eine Zusage, API-Eingaben vom Training auszunehmen.
Welche Maßnahmen haben Datenschutzbehörden gegen DeepSeek ergriffen?
Die italienische Datenschutzbehörde Garante hat am 30. Januar 2025 die Verarbeitung personenbezogener Daten von Nutzern in Italien durch DeepSeek nach Art. 58 Abs. 2 lit. f DSGVO mit sofortiger Wirkung beschränkt. Adressaten waren die Hangzhou DeepSeek Artificial Intelligence Co., Ltd. und die Beijing DeepSeek Artificial Intelligence Co., Ltd. Die Behörde beanstandete unter anderem fehlende Angaben zur Rechtsgrundlage, die Speicherung in China und das Fehlen eines EU-Vertreters.
Der Europäische Datenschutzausschuss (EDSA) hat im Februar 2025 beschlossen, seine ChatGPT-Taskforce auf die Durchsetzung bei KI auszuweiten und dort die Verfahren zu DeepSeek abzustimmen. Laut Protokoll prüften damals neben Italien weitere Aufsichtsbehörden den Dienst.
In Deutschland hat die Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit DeepSeek am 6. Mai 2025 aufgefordert, die Übermittlung nach China einzustellen oder die Apps aus den deutschen Stores zu nehmen. Weil das Unternehmen nicht reagierte, meldete sie die Apps am 27. Juni 2025 nach Art. 16 Digital Services Act bei Apple und Google als rechtswidrigen Inhalt. Sie sieht einen Verstoß gegen Art. 46 Abs. 1 DSGVO, weil DeepSeek kein gleichwertiges Schutzniveau nachweisen konnte.
Januar 2025: Italien
Garante beschränkt die Verarbeitung für Nutzer in Italien und leitet ein Verfahren ein.
Februar 2025: EDSA
Die Taskforce für KI-Durchsetzung wird zum Forum für die Abstimmung zu DeepSeek.
Mai und Juni 2025: Berlin
Aufforderung an DeepSeek, danach Meldung der Apps bei Apple und Google nach dem DSA.
Jahresbericht 2025: Berlin
Google und Apple lehnten die Sperrung ab; die Behörde kündigte eine Beschwerde nach Art. 20 DSA an.
Ein Ergebnis der Beschwerde nach Art. 20 DSA hat die Berliner Behörde bis zum Redaktionsstand nicht veröffentlicht. Prüfen Sie den aktuellen Stand auf den Seiten der Behörde.
DeepSeek-Modelle lokal betreiben: Was ändert sich?
DeepSeek veröffentlicht seine Modellgewichte auf Hugging Face, die aktuellen Modelle unter der MIT-Lizenz. Betreiben Sie ein solches Modell auf eigenen Servern oder bei einem Hoster Ihrer Wahl, gehen Eingaben nicht an DeepSeek. Die Datenschutzrichtlinie und die Nutzungsbedingungen von DeepSeek spielen dann für Ihre Daten keine Rolle mehr.
Damit verschiebt sich die Verantwortung zu Ihnen. Bei externem Hosting brauchen Sie einen AVV mit dem Hoster und eine Prüfung seines Serverstandorts. Die großen Modelle sind anspruchsvoll: DeepSeek-V4.1-Flash umfasst laut Modellseite 763 Milliarden Parameter. Für kleinere Rechner nennt die Modellseite quantisierte Fassungen für llama.cpp, Ollama und LM Studio.
Datenschutz ist nur ein Teil der Bewertung. Auch ein lokal betriebenes Modell kann falsche Angaben erzeugen, das beschreibt die Seite zu KI-Halluzinationen. Bekommt es Werkzeuge und Zugriffsrechte, gelten dieselben Schutzregeln wie für jeden anderen Agenten, siehe KI-Sicherheit im Unternehmen.
DeepSeek im Unternehmen: worauf Sie achten sollten
Für App und API fehlen nach den ausgewerteten Dokumenten zwei Bausteine, die Art. 28 und Kapitel V DSGVO für den Einsatz mit personenbezogenen Daten vorsehen: ein Auftragsverarbeitungsvertrag und ein benannter Mechanismus für die Übermittlung nach China. Die Garante und die Berliner Beauftragte haben wegen der Verarbeitung in China bereits eingegriffen. Wer DeepSeek nutzen will, prüft deshalb den Selbstbetrieb der offenen Modelle.
Beschäftigte, die die App privat für die Arbeit nutzen, sind ein klassischer Fall von Schatten-KI. Regeln Sie den Umgang mit nicht freigegebenen Werkzeugen in einer KI-Richtlinie.
- Eingaben trennen: keine personenbezogenen oder vertraulichen Daten in App oder API von DeepSeek.
- Rechte begrenzen: DeepSeek-Modelle im Selbstbetrieb nur mit den Werkzeugen ausstatten, die der Anwendungsfall braucht.
- Freigaben einbauen: Aktionen mit Wirkung nach außen erst nach Bestätigung, siehe Human in the Loop.
- Protokollieren: Hoster, Modellversion und Serverstandort im Verzeichnis nach Art. 30 DSGVO festhalten.
- Aktuell bleiben: Meldungen von Garante, EDSA und Berliner Behörde vor jeder Entscheidung neu prüfen.
Häufige Fragen
Ist DeepSeek in Deutschland verboten?
Ein behördliches Verbot für Deutschland gibt es nach den ausgewerteten Quellen nicht. Die Berliner Datenschutzbeauftragte hat die Apps bei Apple und Google als rechtswidrigen Inhalt gemeldet; laut ihrem Jahresbericht 2025 lehnten beide eine Sperrung ab. In Italien hat die Garante die Verarbeitung für Nutzer im Land 2025 beschränkt.
Speichert DeepSeek Daten in China?
Ja. Die Datenschutzrichtlinie sagt, dass DeepSeek personenbezogene Daten in der Volksrepublik China erhebt, verarbeitet und speichert. Das gilt für App, Website und die API-Plattform von DeepSeek. Selbst betriebene Modelle sind davon nicht betroffen.
Ist die DeepSeek API datenschutzfreundlicher als die App?
Nach den Bedingungen nicht wesentlich. Für personenbezogene Daten verweisen die Open-Platform-Bedingungen auf dieselbe Datenschutzrichtlinie mit Speicherort China. Einen AVV und eine ausdrückliche Zusage gegen Training enthalten sie nicht, Gerichtsstand ist der Sitz von DeepSeek in China.
Darf ich DeepSeek lokal im Unternehmen nutzen?
Die aktuellen Modellgewichte stehen unter der MIT-Lizenz, die auch kommerzielle Nutzung erlaubt. Datenschutzrechtlich gelten dann die Regeln für Ihre eigene Verarbeitung oder die Ihres Hosters. Prüfen Sie Lizenz und Modellkarte der konkreten Version, die Sie einsetzen.
Wie widerspreche ich dem Training bei DeepSeek?
Laut Nutzungsbedingungen schalten Sie „Improve the model for everyone“ aus. Die Datenschutzrichtlinie nennt zusätzlich ein Recht, der Nutzung für das Training zu widersprechen; Anfragen gehen an privacy@deepseek.com oder an den EU-Vertreter Prighter.
Quellen
- DeepSeek Privacy Policy, DeepSeek
- DeepSeek Terms of Use, DeepSeek
- DeepSeek Open Platform Terms of Service, DeepSeek
- Provvedimento del 30 gennaio 2025 [10098477], Garante per la protezione dei dati personali
- Minutes of the 102nd EDPB Plenary meeting, 11 February 2025, Europäischer Datenschutzausschuss (EDSA)
- Berliner Datenschutzbeauftragte meldet KI-App DeepSeek in Deutschland bei Apple und Google als rechtswidrigen Inhalt, Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit
- Jahresbericht 2025, Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit
- DeepSeek-V4.1-Flash, DeepSeek auf Hugging Face