Kurz gesagt
Bei Perplexity Free, Pro und Max ist die Einstellung „AI data retention“ standardmäßig an, Ihre Daten können dann ins Training fließen. Sie schalten das unter Account settings > Preferences ab. Enterprise und API nutzt Perplexity laut Vertrag nicht zum Training. Einen AVV gibt es nur für Enterprise und API. Stand laut Anbieter, November 2026.
Was bedeutet Perplexity Datenschutz für Unternehmen?
Beim Thema Perplexity Datenschutz zählt zuerst, unter welchem Vertrag Ihre Beschäftigten arbeiten. Perplexity trennt Tarife für Einzelpersonen (Standard bzw. Free, Pro, Max, Education Pro) von den Geschäftsangeboten Enterprise Pro, Enterprise Max und API Platform. Für beide Gruppen gelten eigene Bedingungen zu Training, Speicherung und Vertrag.
Verantwortlicher für die Verbraucherdienste ist laut Privacy Notice weltweit die Perplexity AI, Inc. in den USA. Als Vertreter in der EU nach Art. 27 DSGVO und als Datenschutzbeauftragten hat Perplexity VeraSafe benannt. Die Privacy Notice gilt ausdrücklich nicht für Enterprise und API, soweit Perplexity dort als Auftragsverarbeiter handelt.
Eine Klausel übersehen viele: Die allgemeinen Nutzungsbedingungen erlauben die Nutzung der Dienste nur für persönliche, nicht kommerzielle Zwecke. Wer Perplexity Free oder Pro im Beruf nutzt, bewegt sich damit außerhalb dieser Bedingungen. Die Grundsätze für alle KI-Werkzeuge finden Sie unter KI und Datenschutz.
Perplexity-Tarife im Vergleich: Training, Speicherung, AVV
Die Tabelle fasst zusammen, was Perplexity in Privacy Notice, Nutzungsbedingungen, Enterprise- und API-Bedingungen, Data Processing Addendum und Hilfe-Center angibt. Alle Angaben: Stand laut Anbieter, November 2026. Prüfen Sie vor einer Entscheidung die verlinkten Quellen, Perplexity ändert diese Seiten häufig.
| Tarif | Training mit Ihren Daten | Speicherung | AVV (DPA) | Einstellung |
|---|---|---|---|---|
| Free (Standard) | Standardmäßig an, abschaltbar | Solange das Konto besteht; nach Kontolöschung Entfernung binnen 30 Tagen; Dateien in Sessions 30 Tage nutzbar | Nicht angeboten | Account settings > Preferences > „AI data retention“ |
| Pro und Max | Standardmäßig an, abschaltbar | Wie Free | Nicht angeboten | Wie Free |
| Enterprise Pro | Ausgeschlossen (Enterprise-Bedingungen Ziff. 1.3.3) | Dateien in Sessions 7 Tage; eigene Fristen für Sessions ab 50 Plätzen | Ja, Teil der Enterprise-Bedingungen | Organization Settings > Data and privacy |
| Enterprise Max | Ausgeschlossen | Wie Enterprise Pro; eigene Fristen schon mit einem Max-Platz | Ja | Zusätzlich SCIM und Audit-Logs |
| API Platform | Ausgeschlossen (API-Bedingungen Ziff. 2.3.3) | Abhängig von API, Modell und Konto; Zero Data Retention nur per schriftlicher Vereinbarung | Ja, Teil der API-Bedingungen | Konto- und Vertragsebene |
Stand laut Anbieter, November 2026. Die Preisseite für Enterprise vermerkt bei konfigurierbarer Aufbewahrung und Audit-Logs „Contract required“. Klären Sie diese Funktionen vor dem Kauf schriftlich.
Nutzt Perplexity Ihre Suchanfragen zum Training?
Bei Free, Pro und Max ja, solange Sie nicht widersprechen. Laut Hilfe-Center ist die Einstellung AI data retention für diese Tarife standardmäßig aktiv. Ist der Schalter an, sammelt Perplexity Ihre Daten für das Training von KI-Modellen. Eine weitere Hilfeseite nennt dieselbe Einstellung „AI Data Usage“, gemeint ist derselbe Schalter.
Das Abschalten wirkt nur nach vorn. Perplexity schreibt, dass ein Opt-out nur für Daten nach dem Datum des Widerspruchs gilt und bereits gesammelte Trainingsdaten nicht gelöscht werden können. Die Einstellung gilt außerdem nur für das einzelne Konto, eine Organisation kann sie nicht zentral für private Konten setzen. Auch nach dem Opt-out verarbeitet Perplexity Daten weiter für Betrieb, Rechtspflichten und Produktverbesserung.
Für Enterprise Pro und Enterprise Max steht der Ausschluss im Vertrag: Perplexity verpflichtet sich, Kundeninhalte nicht zum Training, Nachtraining oder Feintuning generativer Modelle zu verwenden und das auch Dritten nicht zu erlauben. Mit Anbietern wie OpenAI und Anthropic hat Perplexity laut Hilfe-Center Vereinbarungen zu Zero Data Retention und Zero Data Training für Enterprise-Daten. Wechselt eine Organisation zurück in einen Verbrauchertarif, gilt wieder die Standardeinstellung mit aktivem Training.
Wie lange speichert Perplexity Anfragen und Dateien?
In den Verbrauchertarifen bewahrt Perplexity personenbezogene Daten auf, solange das Konto aktiv ist. Nach einer Kontolöschung entfernt Perplexity sie laut Hilfe-Center binnen 30 Tagen von den Servern. Einzelne Sessions oder Dateien löschen Sie selbst, eine Löschung nach Art. 17 DSGVO über das Formular führt laut Perplexity immer zur Löschung des ganzen Kontos.
Hochgeladene Dateien in Sessions sind 30 Tage nutzbar, bei Enterprise Pro 7 Tage. Danach greifen Folgefragen nicht mehr auf den Dateiinhalt zu, frühere Antworten bleiben aber in der Session stehen. Dateien in Projects und im persönlichen Speicher „My Files“ bleiben bis zur Löschung erhalten.
Enterprise-Admins setzen Fristen für Sessions unter Organization Settings > Data and privacy. Die Frist zählt ab der letzten Aktivität einer Session, jede Folgefrage setzt sie neu. Sessions außerhalb der Frist werden sofort unzugänglich und binnen sieben Tagen endgültig gelöscht, wiederherstellen kann Perplexity sie nicht. Dort lässt sich auch der Inkognito-Modus für alle Mitglieder erzwingen.
- Konto gelöscht: Entfernung personenbezogener Daten binnen 30 Tagen, sofern keine Pflicht zur längeren Aufbewahrung besteht.
- Vertrag beendet (Enterprise, API): Löschung oder Rückgabe personenbezogener Daten binnen 30 Tagen laut DPA.
- Öffentlich geteilte Session: Jeder mit dem Link sieht auch die angehängten Dateien.
Comet: Was der KI-Browser an Perplexity sendet
Comet ist der Browser von Perplexity mit eingebautem Assistenten, der Seiten zusammenfasst und Aufgaben auf Websites erledigt. Für Comet gilt dieselbe Privacy Notice wie für die übrigen Verbraucherdienste. Je nach Einstellung zeichnet Perplexity bei angemeldetem und synchronisiertem Konto den Browserverlauf und die Nutzung auf.
Laut Hilfe-Center sendet der Comet Assistant Daten nur, wenn eine Anfrage sie braucht, etwa beim Zusammenfassen des aktuellen Tabs oder bei Aufgaben mit Zugriff auf Mail und Kalender. Kontext aus Seiteninhalten, Verlauf oder offenen Tabs speichert Perplexity bis zu 30 Tage als „Temporary Session“. Den Assistenten deaktivieren oder für einzelne Websites sperren Sie unter Settings > Privacy and security > Comet Assistant.
Für die Sicherheit wiegt etwas anderes schwerer als die Speicherdauer. Die Comet-Bedingungen beschreiben einen virtuellen Agenten, der in Ihrem Namen auf Websites und in verbundenen Konten handelt. Inhalte dieser Websites können ihn mit untergeschobenen Anweisungen steuern, das erklärt die Seite zur indirekten Prompt Injection. Die Risiken von KI-Browsern im Vergleich finden Sie unter ChatGPT Atlas.
Comet fragt beim ersten Start eines Agenten, ob er laufen darf („Allow this time only“, „Always allow“, „Don’t allow“). Wählen Sie im Unternehmen nicht „Always allow“, damit jede Agentenaktion eine bewusste Freigabe bleibt.
AVV, Serverstandort und Unterauftragnehmer
Der Auftragsverarbeitungsvertrag heißt bei Perplexity Data Processing Addendum (DPA). Er gilt für Geschäftskunden, deren Vertrag ihn ausdrücklich einbezieht. Das tun die Enterprise-Bedingungen (Ziff. 5.1) und die API-Bedingungen (Ziff. 6.1). Für Free, Pro und Max gibt es damit keinen Vertrag nach Art. 28 DSGVO.
Übermittlungen in Drittländer stützt das DPA auf die EU-Standardvertragsklauseln von 2021, Modul 2 und Modul 3. Die Privacy Notice nennt die USA als Verarbeitungsort. Eine Wahl der Speicherregion in der EU nennen die ausgewerteten Perplexity-Dokumente nicht.
Unterauftragnehmer listet Perplexity im Trust Center, darunter Amazon Web Services, Google Cloud, Anthropic und OpenAI. Für neue Unterauftragnehmer gilt eine Vorankündigung von zehn Werktagen mit Widerspruchsrecht. Bei neuen Modellanbietern bleibt Ihnen laut DPA nur, das betreffende Modell nicht mehr zu nutzen. Halten Sie im Enterprise-Workspace deshalb fest, welche Modelle freigegeben sind.
Checkliste für den Einsatz von Perplexity im Unternehmen
Private Pro-Konten im Arbeitsalltag sind ein typischer Fall von Schatten-KI: Suchanfragen mit Kundendaten landen im Training, ohne dass jemand im Unternehmen davon weiß. Diese Punkte schaffen eine klare Grundlage.
- Rechte begrenzen: Connectoren zu Laufwerken und Postfächern nur für Teams freigeben, die sie brauchen.
- Freigaben einbauen: Agenten in Comet nur mit Bestätigung handeln lassen, siehe Human in the Loop.
- Eingaben trennen: personenbezogene Daten nur in Enterprise oder API mit DPA verarbeiten, nie in privaten Konten.
- Protokollieren: Audit-Logs aktivieren und Aufbewahrungsfristen im Verzeichnis nach Art. 30 DSGVO festhalten.
- Opt-out prüfen: Wer übergangsweise privat arbeitet, schaltet „AI data retention“ sofort ab.
Häufige Fragen
Ist Perplexity DSGVO-konform?
Das lässt sich nicht pauschal sagen, es hängt von Tarif, Vertrag und Einsatz ab. Für Enterprise und API bietet Perplexity ein DPA mit Standardvertragsklauseln an. Ob Ihr Einsatz rechtmäßig ist, bewerten Sie als Verantwortlicher selbst, etwa Rechtsgrundlage, Informationspflichten und gegebenenfalls eine Datenschutz-Folgenabschätzung nach Art. 35 DSGVO.
Wie schalte ich das Training in Perplexity ab?
Öffnen Sie Account settings, wechseln Sie auf die Seite Preferences und schalten Sie „AI data retention“ aus. Das gilt nur für Daten ab diesem Zeitpunkt und nur für Ihr eigenes Konto. Bereits gesammelte Trainingsdaten kann Perplexity laut eigener Angabe nicht entfernen.
Darf ich Perplexity Pro beruflich nutzen?
Die allgemeinen Nutzungsbedingungen erlauben nur persönliche, nicht kommerzielle Nutzung. Für Pro gibt es außerdem keinen AVV, und das Training ist standardmäßig aktiv. Für die Arbeit mit personenbezogenen oder vertraulichen Daten sieht Perplexity Enterprise Pro oder Enterprise Max vor.
Trainieren OpenAI oder Anthropic mit meinen Perplexity-Daten?
Laut Hilfe-Center verbieten die Verträge von Perplexity mit Drittanbietern wie OpenAI und Anthropic, Perplexity-Daten zum Training ihrer Modelle zu nutzen. Für die API weist Perplexity darauf hin, dass manche Modellanbieter eine begrenzte Aufbewahrung verlangen und deren eigene Bedingungen zusätzlich gelten.
Wo speichert Perplexity meine Daten?
Die Privacy Notice nennt die USA und weitere Länder außerhalb Ihres Wohnsitzlandes. Für Übermittlungen aus dem EWR nutzt Perplexity Standardvertragsklauseln, eine Kopie können Sie anfordern. Eine Option zur Speicherung in der EU nennen die ausgewerteten Dokumente nicht.
Quellen
- Perplexity Privacy Notice, Perplexity
- Perplexity Terms of Service, Perplexity
- Enterprise Terms of Service, Perplexity
- Perplexity API Terms of Service, Perplexity
- Perplexity Data Processing Addendum, Perplexity
- Data Collection at Perplexity, Perplexity Help Center
- Data Retention for Enterprise, Perplexity Help Center
- Security and Privacy with File Uploads, Perplexity Help Center
- Comet Assistant Privacy & Data Use, Perplexity Help Center
- Privacy & Security (API), Perplexity